Kirchensynode

Hier werden Beiträge von Peter Schmid, Mitglied Kirchensynode, Wohnhaft in Bäretswil, Evangelisch-kirchliche Fraktion veröffentlicht. Er berichtet regelmässig aus der Synode. Berichte aus den synodalen Sitzungen werden auch in unserer Chileziitig publiziert.
JacquelineSonegoMettner(FotoP.Schmid (Foto: Peter Schmid)
Oktober 2026
Der Kirchenrat hörte am 22. September in der Versammlung der Kirchensynode Befremden und Bestürzung über sein Ja zur Suizid-Vorlage.
Fünf Tage vor der kantonalen Abstimmung gab es doppelten Protest gegen das Ja des Kirchenrats zur Vorlage, die auch private Heime, Spitäler und Rehakliniken verpflichtet, assistierten Suizid zuzulassen. Das Bild von Peter Schmid zeigt Pfarrerin Jacqueline Sonego Mettner, die sehr deutlich gegen das Ja des Kirchenrats zur Suizidhilfe-Vorlage protestierte.Christian Meier verlas eine Erklärung der Evangelisch-kirchlichen Fraktion. «Menschliches Leben ist nicht nur Gegenstand menschlicher Selbstbestimmung. Es ist Gabe Gottes und besitzt eine Würde, die nicht von Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Autonomie oder dem Empfinden persönlicher Lebensqualität abhängt.» Die reformierte Kirche habe deshalb den besonderen Auftrag, für die «Ehrfurcht vor dem Leben» einzutreten – gerade dort, wo Menschen schwach, abhängig, einsam, verzweifelt oder auf die Hilfe anderer angewiesen seien.
Gegen die institutionelle Normalisierung
Meier wandte sich gegen die weitere «institutionelle Normalisierung» des assistierten Suizids. Denn was erlaubt und verfügbar werde, verändere auf Dauer auch gesellschaftliche Erwartungen.
Spitäler, Alters- und Pflegeeinrichtungen sollten Orte sein, an denen Menschen erfahren: «Auch wenn du abhängig wirst, viel Pflege benötigst oder selbst keinen Sinn mehr siehst – wir sind für
dich da.» Solche Schutzräume seien kein Ausdruck von Bevormundung, sondern gelebte Barmherzigkeit.
Dass der Kirchenrat bejahte, dass private Institutionen gegen ihren Willen gezwungen werden, Suizidhelfer einzulassen, löste in der Fraktion Bestürzung aus. Die Landeskirche breche durch die
Stellungnahme mit der Tradition, sich als «Mutterkirche» evangelischer Sozial und Diakoniewerke zu verstehen, sagte Meier. Sie müsste stattdessen den Mut aufbringen, gegen das aufzustehen, was gesellschaftlich zunehmend Konsens wird. Und Hoffnung vermitteln. «Selbstbestimmung verdient Respekt. Aber eine menschliche Gesellschaft zeigt sich gerade darin, dass sie Menschen auch dann trägt, wenn ihre Selbstbestimmung an Grenzen kommt.»
Reformierte konträr zur katholischen Seelsorge
Jacqueline Sonego Mettner legte dar, dass Betagten mit der Vorlage ein Freiheitsrecht genommen wird: Sie könnten sich nicht mehr für ein Heim entscheiden, das Suizidhelfer ablehnt. Die Zürcher Pfarrerin zitierte aus der prinzipiell ablehnenden Stellungnahme der katholischen Seelsorger des Kantons, die Probleme für die Teamethik und die «gesellschaftliche Vertrauenskultur im Gesundheitswesen» sehen. Patienten, Mitarbeitende und Angehörige würden zusätzlich belastet.
Sonego befürchtet, der Kirchenrat trage dazu bei, «das Leben, das Sterben und den Tod zu banalisieren».
Neu: Kirchgemeinde Limmattal
Die Synodalen billigten die Fusion der Kirchgemeinden Dietikon, Schlieren und Weiningen. Die neue Kirchgemeinde hat rund 8’000 Mitglieder. Das Kirchenparlament lehnte zwei Vorstösse von
Daniel Oswald aus der Religiös-sozialen Fraktion ab. Der eine zielte auf die Verkleinerung der Synode, der andere wollte der Synode ermöglichen, eine PUK einzusetzen. Überwiesen wurde nach den Kostenüberschreitungen beim Jugendfestival REFINE ein Postulat für ein besseres Management grösserer Projekte.

Mehr: www.evangelisch-zuerich.ch

Februar 2026
Pfr. Lukas Zünd in die Kirchensynode gewählt
Am 9. Februar haben die Reformierten des Bezirks Hinwil unseren Pfarrer Lukas Zünd in die Synode der Zürcher Landeskirche gewählt. Bei einer Beteiligung von 23 Prozent erhielt Lukas Zünd 3‘237 Stimmen, Stefanie Porš, Pfarrerin in Rüti, 2‘836 Stimmen. Die Ersatzwahl für den Rest der Amtsdauer 2023-2027 war wegen des Rücktritts eines Synodalen angesetzt worden. Der Bezirk Hinwil stellt neun der 123 Synodalen. Lukas Zünd dankt all denen, die ihm ermöglicht haben, Verantwortung auch in der Landeskirche zu übernehmen.