Theologische Grundlagen

Weshalb feiern wir Gottesdienst?

Wir kommen zusammen, weil es das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu ehren und sich für immer an ihm zu erfreuen. Wir kommen zusammen, weil er uns gerufen hat, auf seine wunderbare Güte zu antworten, die er uns in Jesus Christus schenkt. Darum ist unser Gottesdienst ganz auf ihn ausgerichtet. Darum suchen wir, die Dinge auf seine Weise zu tun. Nicht jeder Sonntag hat denselben Stil. Doch das grundlegende Geschehen bleibt gleich. Es folgt der grossen biblischen Geschichte:

Der heilige Gott versammelt sein Volk. Er hat es erlöst durch das Leiden seines Sohnes. Er will durch seinen Geist in seiner Mitte wohnen. Er erinnert uns an seine Wohltaten. Er erinnert uns an seine verlässlichen Verheissungen für die Zukunft. So weckt und nährt er unseren Glauben. So stärkt er unsere Hoffnung. Er selbst, Jesus Christus, nennt uns seine Geschwister und bringt unsere Anbetung vor seinen Vater.

Und so sendet er sein Volk in die Welt. Damit der Glaube in der Liebe wirksam werde.

Was ist die Taufe?

Die Taufe ist ein Zeichen für die Aufnahme eines Kindes oder einer erwachsenen Person in die kirchliche Gemeinschaft. Alle christlichen Kirchen kennen die Praxis der Taufe. Die reformierte Kirche versteht sie als ein Sakrament, das heisst: als ein heiliges Zeichen. In dieser Zeichenhandlung ist – neben dem Menschen – Gott selbst wirksam. Er fügt so Gläubige zu seiner sichtbaren Gemeinde hinzu.

In der Taufe bestätigt Gott den neuen Bund. Diesen Bund hat er durch den Tod von Jesus mit seinem Volk geschlossen. Die Taufe ist – neben dem Wort Gottes, dem Gebet und dem Abendmahl – ein Mittel Gottes. Durch sie wird dem glaubenden Menschen die Gnade Gottes zugänglich gemacht. In der Taufe erhält ein Mensch eine neue Identität. Der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist jetzt mit ihm verbunden.

Jesus Christus selbst hat die Taufe eingesetzt. Das geschah nach seiner Auferstehung. Er gab den Jüngern – und damit auch ihren Nachfolgern bis heute – den Auftrag: «Mir ist gegeben alle Herrschaftsgewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und indem ihr sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende des Zeitalters» (Matthäus 28,18–20).

Die Taufe ist keine Bedingung für die Mitgliedschaft in der Landeskirche. Sie ist jedoch ein Gebot des auferstandenen Christus. Seine Autorität steht dahinter.

Pfr. Lukas Zünd

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Bei jeder Taufe bekennen die Täuflinge (bzw. die Eltern) zusammen mit der Gemeinde das apostolische Glaubenbekenntnis:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.