Verantwortlich: Janine Scherrer
Bereitgestellt: 15.01.2026
Baustellen-Info
Bericht zum aktuellen Stand der Sanierung der reformierten Kirche Bäretswil
Bericht zum aktuellen Stand der Sanierung der reformierten Kirche Bäretswil
Janine Scherrer,
Januar 2026
Bericht zur abgeschlossenen Aussensanierung der Reformierten Kirche
Bäretswil
Von Stefano Jehle, Jehle Architekten GmbH
Liebe Gemeindemitglieder und Interessierte
Als verantwortlicher Architekt freue ich mich, Ihnen in diesem Bericht über die erfolgreich abgeschlossene Aussensanierung der Reformierten Kirche Bäretswil zu berichten. Über die vergangenen Monate habe ich das Projekt eng begleitet, in enger Abstimmung mit der Kirchgemeinde, den Handwerkern und der kantonalen Denkmalpflege. Das Ziel war es, die historische Substanz unserer fast 200 Jahre alten Kirche zu erhalten, sie vor weiteren Schäden zu schützen und gleichzeitig ihre ästhetische und funktionale Integrität für kommende Generationen zu sichern. Die Arbeiten wurden mit grösster Sorgfalt ausgeführt, unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben und unter Einbeziehung moderner, nachhaltiger Methoden. Die Kirche wurde vollständig eingerüstet, um eine sichere und präzise Umsetzung zu gewährleisten.
Die umgesetzten Massnahmen im Überblick
Die Sanierung umfasste eine Reihe gezielter Eingriffe, die sowohl die äussere Hülle als auch innere Schutzmassnahmen betrafen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte:
• Dachsanierung: Das Nord- und Ostdach erhielten ein neues Unterdach, um die Kirche langfristig vor Wassereintritt zu schützen. Beim Norddach konnten die originalen Biberschwanzziegel wiederverwendet werden, was Ressourcen schont und den historischen Charakter bewahrt. Früher gab es zahlreiche Lecks, die zu Wasserschäden auf dem Dachboden führten – nun ist die Kirche für Jahrzehnte sicher vor solchen Problemen.
• Fassadensanierung: Die Fassade wurde mit dem ursprünglichen und traditionellen Zimmerliputz
restauriert, der der originalen Zusammensetzung aus natürlichem Kalkputz entspricht. Dieser Ansatz gewährleistet eine hohe Langlebigkeit und wird im Folgenden detailliert erläutert.
• Dachuntersichten: Diese waren in einem stark abgenutzten Zustand und wurden gefestigt sowie lokal instandgesetzt. Dadurch verhindern wir Folgeschäden, wie das Herunterbröckeln von Material auf die Fassade, das zuvor an mehreren Stellen zu beobachten war.
• Dachrinnen und Metallteile: Wo nötig, wurden Dachrinnen ersetzt oder repariert, und rostige Metallbleche am Dach ausgetauscht, um die Wasserverteilung und Dichtheit zu optimieren.
• Sandsteinelemente: Die Sandsteineinfassungen am Turm, die Sandsteinfensterbänke sowie die
Steinbeläge bei den Eingangsportalen wurden sorgfältig instandgesetzt, um ihre Stabilität und Optik zu erhalten.
• Farbliche Gestaltung: Die Untersichten und Eingangsportale wurden gemäss dem historischen
Farbkonzept gestrichen, was die ursprüngliche Ästhetik unterstreicht.
• Fensterreparaturen: Kittfugen an den Fenstern wurden lokal repariert, um Undichtigkeiten zu beheben.
• Innere Massnahmen: Im Innenraum wurden Absturzsicherungen zu den Emporen errichtet, die den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und die Haftbarkeit der Kirche bei grossen Veranstaltungen verringern. Zudem wurde der Dachboden komplett gedämmt und ausgeflockt, was zu spürbaren Einsparungen bei den Heizkosten führen wird. Die Eingangstüren wurden aufgefrischt und mit unsichtbaren Dichtungen versehen, um Zugluft zu minimieren und die Energieeffizienz zu steigern.
• Zifferblatt: Das Zifferblatt der Uhr wurde restauriert, um seine Funktionalität und historische Präzision wiederherzustellen.
Durch diese Massnahmen ist die Kirche nicht nur äusserlich erneuert, sondern auch funktional und energetisch aufgewertet – ein Gewinn für die Gemeinde und die Umwelt.
Fokus auf die Fassadenoptik: Historische Authentizität und Nachhaltigkeit
Ein zentraler Aspekt der Sanierung war die Wiederherstellung der Fassade in einer Weise, die dem Original aus der Erbauungszeit entspricht. Wir haben uns für einen natürlichen Kalkputz entschieden, der mit der originalen Mischung von vor über 100 Jahren hergestellt wurde – ohne künstliche Zusatzstoffe. Dieser Zimmerliputz wird traditionell nicht gestrichen, wie es auch historisch üblich war, und weist daher von Beginn an eine leichte Patina auf. Die Oberfläche
erscheint nicht perfekt gleichmässig, sondern zeigt natürliche Variationen in Textur und Farbe, die durch den uneinheitlichen Untergrund (z. B. leichte Moosreste oder unterschiedliche Schichten) und den Trocknungsprozess entstehen. Diese Herangehensweise ist aus mehreren Gründen denkmalpflegerisch, nachhaltig und finanziell sinnvoll – und wurde in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege entwickelt. Langfristig bietet diese Patina klare Vorteile:
Verfärbungen durch Verwitterung, wie sie nach 2–3 Jahren durch Schlagregen oder Umwelteinflüsse entstehen können, integrieren sich harmonisch in die Oberfläche. Im Gegensatz zu einem neuen, weissen Anstrich, der sich sofort verfärbt und kontrastreich wirkt, altert der natürliche Putz natürlich und unauffällig. Der letzte vergleichbare Auftrag hielt über 100 Jahre, ohne dass häufige Eingriffe nötig waren – ein Beweis für die Langlebigkeit, die Ressourcen schont und die Umwelt entlastet. Nach etwa 5 -10 Jahren sollte die Fassade wieder ein einheitlicheres Erscheinungsbild annehmen, ähnlich wie vor der Sanierung, jedoch ohne die zuvor vorhandenen Risse, Moosverflechtungen und starken Verfärbungen. Finanziell gesehen ist dies eine weitsichtige Entscheidung: Eine gestrichene, homogene Oberfläche müsste alle 10 - 15 Jahre erneuert werden, inklusive Gerüstaufbau und Materialkosten, was die Ausgaben um das Drei- bis Fünffache steigern würde. So nutzen wir Steuergelder effizient und sorgen dafür, dass die Kirche generationenlang erhalten bleibt, ohne unnötige Belastungen für die Gemeindekasse.
Ausblick
Mit der abgeschlossenen Sanierung steht unsere Kirche nun stärker und schöner da als zuvor – ein Zeugnis für den Respekt vor unserer Geschichte und die Verantwortung für die Zukunft. Ich danke der Kirchgemeinde, den Handwerkern, der Denkmalpflege und allen Beteiligten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sollten Sie Fragen haben oder mehr über die Arbeiten erfahren möchten, lade ich Sie herzlich zu einer Führung ein.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass die Kirche weiterhin ein Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft bleibt.
Stefano Jehle
Oktober 2025
Bedenken zur Fassade?
Die Fassade besteht aus natürlichem Kalkputz, der mit der originalen Mischung von vor über 100 Jahren neu hergestellt wurde – ohne künstliche Zusatzmittel. Die sichtbaren „Flecken“ entstehen dadurch, dass der Putz auf dem uneinheitlichen Untergrund (z. B. leichte Moosreste oder unterschiedliche Schichten) unterschiedlich schnell trocknet. Diese Unregelmässigkeiten werden in den nächsten Wochen noch leicht zurückgehen und sind bewusst in Kauf genommen, um den historischen Charakter zu wahren. Die Denkmalpflegebehörde hat dies explizit vorgeschrieben; eine perfekte Homogenität hätte die Genehmigung verhindert, bzw. deren Geldbeiträge (30% der Kosten) wären ausgeblieben.
Nachhaltig altert dieser Putz harmonisch: Die Texturvariationen lassen Verwitterung länger unsichtbar bleiben, sodass der letzte vergleichbare Auftrag über 100 Jahre hielt – ohne häufige Eingriffe, was Ressourcen schont. Nach etwa 10 Jahren sollten sich die unterschiedlichen Farbschichten wieder angleichen die Kirche ähnlich aussehen wie vorher, aber ohne grosse Risse, Moosverflechtungen und Verfärbungen, wie dies bisher der Fall war.
Finanziell ist es weitsichtig: Eine perfekte und gestrichene Oberflächenbeschichtung(Farbanstrich) müsste alle 10–15 Jahre erneuert werden (Gerüst, Materialien), was Kosten um das 3- bis 5-Fache steigern würde. So probieren wir die Steuergelder effizient für Generationen zu nutzen.
Wenn Sie Interesse haben, mehr über die Sanierungsarbeiten zu erfahren, laden wir Sie herzlich zu einer Führung ein und stehen für Fragen zusammen mit dem Architekten gerne zur Verfügung.
Markus Appenzeller
Ref. Kirche Bäretswil
Ressort Liegenschaften
September 2025
Aus den Verhandlungen des Gemeinderates: Sanierung Kirchturmuhr der Evangelisch-reformierten Kirche.
Der Gemeinderat unterstützt die Sanierung der Kirchturmuhr aufgrund einer Anfrage der Evangelisch-reformierten Kirchenpflege mit Fr. 23'000.00 (gemäss Kostenvoranschlag). Die Turmuhr der denkmalgeschützten Kirche mitten im Dorfzentrum ist von überall her einsehbar und verrichtet so ihren «öffentlichen» Dienst für die Allgemeinheit. Die im Rahmen der kompletten Aussenrenovation zum Erhalt der Kirche überholten und neu vergoldeten Ziffern sowie neue blaue Zifferblattsegmente werden in den kommenden Wochen am frisch renovierten Turm wieder platziert.
Die Ref. Kirche Bäretswil bedankt sich herzlich für diese grosszügige Zuwendung.
Anlässlich der 1. Etappe der Kirchensanierung ist ein Festgottesdienst mit anschliessendem Essen geplant. Bitte reservieren - den Palmsonntag, 29. März 2026. Gerne feiern wir mit ihnen.
August 2025
Am Samstag, den 30. August 2025, bot sich den Bewohnerinnen und Bewohnern von Bäretswil eine seltene Gelegenheit: Eine geführte Besichtigung des Kirchturms der reformierten Kirche, ermöglicht durch das umfassende Gerüst der laufenden Aussensanierung. Unter der Leitung von Architekt Stefano Jehle (Jehle Architekten) und Markus Appenzeller, Leiter des Ressorts Liegenschaften, wagten sich zahlreiche Interessierte – darunter Erwachsene und mutige Kinder – in schwindelerregende Höhen.
Die Sanierungsarbeiten, die derzeit die gesamte Kirche einhüllen, machten diesen exklusiven Zugang möglich, der in den nächsten 50 Jahren kaum wiederholt werden dürfte.
Der Tag begann mit einer herzlichen Begrüssung durch Daniel Meier, Präsident der Kirchenpflege. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er alle Teilnehmer daran, dass der Zugang zum Gerüst nur mit ordnungsgemässer Helmausstattung erfolgen durfte – Sicherheit geht vor, auch bei solch abenteuerlichen Unternehmungen! Die Gruppe, bestehend aus neugierigen Gemeindemitgliedern und Gästen, teilte sich auf: Die Mutigsten erklommen den Turm über die Gerüsttreppe, während kleinere Gruppen von 5 bis 6 Personen den bequemen Baugerüst-Personen- und Warenlift nutzten, der bis auf etwa 25 Meter Höhe fuhr. Für die ganz Unerschrockenen bot der höchste Gerüstlauf auf beeindruckenden 33 Metern einen atemberaubenden Panoramablick über Bäretswil und die umliegende Landschaft – ein wunderschöner Ausblick sowie eine neue Perspektive konnten erlebt werden.
Stefano Jehle und Markus Appenzeller waren über fünf Stunden hinweg nonstop im Einsatz, um die Besucher aufs Gerüst zu begleiten. Neben der faszinierenden Aussicht präsentierten sie den aktuellen Stand der Aussensanierung: Von der sorgfältigen Reinigung und Reparatur der Fassade bis hin zu den Massnahmen für den langfristigen Schutz des historischen Gebäudes. Viele Fragen wurden beantwortet – zu den technischen Details, den Herausforderungen der Arbeiten und der Bedeutung dieser Sanierung für die Zukunft unserer Kirche.
Für das leibliche Wohl sorgte die reformierte Kirche mit einer herzhaften Stärkung: Kaffee, Getränke, Würste und Brot standen bereit, um die Abenteurer nach dem Abstieg zu erfrischen. Es war ein Tag der Gemeinschaft, des Staunens und des Dankes – Dank an alle Beteiligten, die diesen Anlass ermöglicht haben. Die Sanierungsarbeiten schreiten gut voran, und wir freuen uns bereits auf die enthüllte Kirche nach abgeschlossenen Sanierungsarbeiten. Solche Veranstaltungen stärken unseren Zusammenhalt und erinnern uns daran, dass unsere Gemeinde lebendig und offen für Neues ist. Herzlichen Dank an Markus Appenzeller, Daniel Meier und an alle Helfer!
Stefano Jehle
Architekt BSc FHO,
Jehle Architekten GmbH
Juni 2025
Es ist soweit! Heute, 2. Juni werden die Gerüste erstellt. Unsere Kirche erhält einen neuen "look".
März 2025
Am 17. März 2025 wurde die Baubewilligung für die erste Etappe der Aussensanierung der reformierten Kirche Bäretswil erteilt. Sie enthält keine unerwarteten oder kostspieligen Auflagen und bestätigt die bewilligungsfähige Planung, wie sie mit der kantonalen Denkmalpflege vorbesprochen wurde.
Jehle Architekten haben unmittelbar nach Erhalt der Bewilligung mit der Vorbereitung der Baufreigabe sowie der Ausschreibungsunterlagen begonnen. Der Abschluss der Ausschreibung ist auf Anfang Mai 2025 geplant. Der Baubeginn wird voraussichtlich im Sommer 2025 erfolgen, mit einem Bauende bis Ende Jahr gemäss dem bereits definierten Zeitplan.
Die Vergabungen werden vom Architekten abgesprochen mit unserem Liegenschaften Verantwortlichen.
Feb.2025
Das Gesuch ist eingereicht. Architekt Jehle holt diverse Offerten ein. Nun warten wir noch auf die Baubewilligung, dann werden sogleich die Gerüste aufgestellt und losgelegt. Packen wir's an!
Dez. 2024
An der letzten Kirchgemeindeversammlung im Dezember hiessen die rund fünfzig anwesenden Stimmberechtigten einen Investitionskredit in der Höhe von knapp einer Million Franken gut. Damit ist der Weg frei für eine dringend nötige Renovation der Aussenhülle der reformierten Kirche. Mit eingeplant ist eine Dachbodendämmung. Diese Massnahme verspricht eine deutliche Senkung der Heizkosten. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr ausgeführt werden.
Rechtzeitig zum Kirchenjubiläum 2027 soll nun das stattliche Gebäude in neuer Frische die Betrachter erfreuen.
Im 2014 wurde unser "schiefe" Kirchenturm von der Firma Ingesa vermessen. Im Zuge der Wiederaufnahme der Renovationsarbeiten wurde der Turm nachgemessen und es wurde festgestellt - der Turm hat sich seither nicht bewegt!
Geschichte: Die Kirche wurde vor zweihundert Jahren an Stelle der alten, wesentlich kleineren Kirche, als sogenannte Saalkirche erbaut und ist mit anfänglich eintausend Plätzen, die zweitgrösste Landkirche im Kanton Zürich. Der Innenraum erhielt im Laufe der Zeit verschiedene Renovationen, am Äusseren wurde seit bald einhundert Jahren keine Gesamtsanierung vorgenommen. Verschiedene Anläufe dazu blieben stecken.
Bericht zur abgeschlossenen Aussensanierung der Reformierten Kirche
Bäretswil
Von Stefano Jehle, Jehle Architekten GmbH
Liebe Gemeindemitglieder und Interessierte
Als verantwortlicher Architekt freue ich mich, Ihnen in diesem Bericht über die erfolgreich abgeschlossene Aussensanierung der Reformierten Kirche Bäretswil zu berichten. Über die vergangenen Monate habe ich das Projekt eng begleitet, in enger Abstimmung mit der Kirchgemeinde, den Handwerkern und der kantonalen Denkmalpflege. Das Ziel war es, die historische Substanz unserer fast 200 Jahre alten Kirche zu erhalten, sie vor weiteren Schäden zu schützen und gleichzeitig ihre ästhetische und funktionale Integrität für kommende Generationen zu sichern. Die Arbeiten wurden mit grösster Sorgfalt ausgeführt, unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben und unter Einbeziehung moderner, nachhaltiger Methoden. Die Kirche wurde vollständig eingerüstet, um eine sichere und präzise Umsetzung zu gewährleisten.
Die umgesetzten Massnahmen im Überblick
Die Sanierung umfasste eine Reihe gezielter Eingriffe, die sowohl die äussere Hülle als auch innere Schutzmassnahmen betrafen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte:
• Dachsanierung: Das Nord- und Ostdach erhielten ein neues Unterdach, um die Kirche langfristig vor Wassereintritt zu schützen. Beim Norddach konnten die originalen Biberschwanzziegel wiederverwendet werden, was Ressourcen schont und den historischen Charakter bewahrt. Früher gab es zahlreiche Lecks, die zu Wasserschäden auf dem Dachboden führten – nun ist die Kirche für Jahrzehnte sicher vor solchen Problemen.
• Fassadensanierung: Die Fassade wurde mit dem ursprünglichen und traditionellen Zimmerliputz
restauriert, der der originalen Zusammensetzung aus natürlichem Kalkputz entspricht. Dieser Ansatz gewährleistet eine hohe Langlebigkeit und wird im Folgenden detailliert erläutert.
• Dachuntersichten: Diese waren in einem stark abgenutzten Zustand und wurden gefestigt sowie lokal instandgesetzt. Dadurch verhindern wir Folgeschäden, wie das Herunterbröckeln von Material auf die Fassade, das zuvor an mehreren Stellen zu beobachten war.
• Dachrinnen und Metallteile: Wo nötig, wurden Dachrinnen ersetzt oder repariert, und rostige Metallbleche am Dach ausgetauscht, um die Wasserverteilung und Dichtheit zu optimieren.
• Sandsteinelemente: Die Sandsteineinfassungen am Turm, die Sandsteinfensterbänke sowie die
Steinbeläge bei den Eingangsportalen wurden sorgfältig instandgesetzt, um ihre Stabilität und Optik zu erhalten.
• Farbliche Gestaltung: Die Untersichten und Eingangsportale wurden gemäss dem historischen
Farbkonzept gestrichen, was die ursprüngliche Ästhetik unterstreicht.
• Fensterreparaturen: Kittfugen an den Fenstern wurden lokal repariert, um Undichtigkeiten zu beheben.
• Innere Massnahmen: Im Innenraum wurden Absturzsicherungen zu den Emporen errichtet, die den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und die Haftbarkeit der Kirche bei grossen Veranstaltungen verringern. Zudem wurde der Dachboden komplett gedämmt und ausgeflockt, was zu spürbaren Einsparungen bei den Heizkosten führen wird. Die Eingangstüren wurden aufgefrischt und mit unsichtbaren Dichtungen versehen, um Zugluft zu minimieren und die Energieeffizienz zu steigern.
• Zifferblatt: Das Zifferblatt der Uhr wurde restauriert, um seine Funktionalität und historische Präzision wiederherzustellen.
Durch diese Massnahmen ist die Kirche nicht nur äusserlich erneuert, sondern auch funktional und energetisch aufgewertet – ein Gewinn für die Gemeinde und die Umwelt.
Fokus auf die Fassadenoptik: Historische Authentizität und Nachhaltigkeit
Ein zentraler Aspekt der Sanierung war die Wiederherstellung der Fassade in einer Weise, die dem Original aus der Erbauungszeit entspricht. Wir haben uns für einen natürlichen Kalkputz entschieden, der mit der originalen Mischung von vor über 100 Jahren hergestellt wurde – ohne künstliche Zusatzstoffe. Dieser Zimmerliputz wird traditionell nicht gestrichen, wie es auch historisch üblich war, und weist daher von Beginn an eine leichte Patina auf. Die Oberfläche
erscheint nicht perfekt gleichmässig, sondern zeigt natürliche Variationen in Textur und Farbe, die durch den uneinheitlichen Untergrund (z. B. leichte Moosreste oder unterschiedliche Schichten) und den Trocknungsprozess entstehen. Diese Herangehensweise ist aus mehreren Gründen denkmalpflegerisch, nachhaltig und finanziell sinnvoll – und wurde in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege entwickelt. Langfristig bietet diese Patina klare Vorteile:
Verfärbungen durch Verwitterung, wie sie nach 2–3 Jahren durch Schlagregen oder Umwelteinflüsse entstehen können, integrieren sich harmonisch in die Oberfläche. Im Gegensatz zu einem neuen, weissen Anstrich, der sich sofort verfärbt und kontrastreich wirkt, altert der natürliche Putz natürlich und unauffällig. Der letzte vergleichbare Auftrag hielt über 100 Jahre, ohne dass häufige Eingriffe nötig waren – ein Beweis für die Langlebigkeit, die Ressourcen schont und die Umwelt entlastet. Nach etwa 5 -10 Jahren sollte die Fassade wieder ein einheitlicheres Erscheinungsbild annehmen, ähnlich wie vor der Sanierung, jedoch ohne die zuvor vorhandenen Risse, Moosverflechtungen und starken Verfärbungen. Finanziell gesehen ist dies eine weitsichtige Entscheidung: Eine gestrichene, homogene Oberfläche müsste alle 10 - 15 Jahre erneuert werden, inklusive Gerüstaufbau und Materialkosten, was die Ausgaben um das Drei- bis Fünffache steigern würde. So nutzen wir Steuergelder effizient und sorgen dafür, dass die Kirche generationenlang erhalten bleibt, ohne unnötige Belastungen für die Gemeindekasse.
Ausblick
Mit der abgeschlossenen Sanierung steht unsere Kirche nun stärker und schöner da als zuvor – ein Zeugnis für den Respekt vor unserer Geschichte und die Verantwortung für die Zukunft. Ich danke der Kirchgemeinde, den Handwerkern, der Denkmalpflege und allen Beteiligten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sollten Sie Fragen haben oder mehr über die Arbeiten erfahren möchten, lade ich Sie herzlich zu einer Führung ein.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass die Kirche weiterhin ein Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft bleibt.
Stefano Jehle
Oktober 2025
Bedenken zur Fassade?
Die Fassade besteht aus natürlichem Kalkputz, der mit der originalen Mischung von vor über 100 Jahren neu hergestellt wurde – ohne künstliche Zusatzmittel. Die sichtbaren „Flecken“ entstehen dadurch, dass der Putz auf dem uneinheitlichen Untergrund (z. B. leichte Moosreste oder unterschiedliche Schichten) unterschiedlich schnell trocknet. Diese Unregelmässigkeiten werden in den nächsten Wochen noch leicht zurückgehen und sind bewusst in Kauf genommen, um den historischen Charakter zu wahren. Die Denkmalpflegebehörde hat dies explizit vorgeschrieben; eine perfekte Homogenität hätte die Genehmigung verhindert, bzw. deren Geldbeiträge (30% der Kosten) wären ausgeblieben.
Nachhaltig altert dieser Putz harmonisch: Die Texturvariationen lassen Verwitterung länger unsichtbar bleiben, sodass der letzte vergleichbare Auftrag über 100 Jahre hielt – ohne häufige Eingriffe, was Ressourcen schont. Nach etwa 10 Jahren sollten sich die unterschiedlichen Farbschichten wieder angleichen die Kirche ähnlich aussehen wie vorher, aber ohne grosse Risse, Moosverflechtungen und Verfärbungen, wie dies bisher der Fall war.
Finanziell ist es weitsichtig: Eine perfekte und gestrichene Oberflächenbeschichtung(Farbanstrich) müsste alle 10–15 Jahre erneuert werden (Gerüst, Materialien), was Kosten um das 3- bis 5-Fache steigern würde. So probieren wir die Steuergelder effizient für Generationen zu nutzen.
Wenn Sie Interesse haben, mehr über die Sanierungsarbeiten zu erfahren, laden wir Sie herzlich zu einer Führung ein und stehen für Fragen zusammen mit dem Architekten gerne zur Verfügung.
Markus Appenzeller
Ref. Kirche Bäretswil
Ressort Liegenschaften
September 2025
Aus den Verhandlungen des Gemeinderates: Sanierung Kirchturmuhr der Evangelisch-reformierten Kirche.
Der Gemeinderat unterstützt die Sanierung der Kirchturmuhr aufgrund einer Anfrage der Evangelisch-reformierten Kirchenpflege mit Fr. 23'000.00 (gemäss Kostenvoranschlag). Die Turmuhr der denkmalgeschützten Kirche mitten im Dorfzentrum ist von überall her einsehbar und verrichtet so ihren «öffentlichen» Dienst für die Allgemeinheit. Die im Rahmen der kompletten Aussenrenovation zum Erhalt der Kirche überholten und neu vergoldeten Ziffern sowie neue blaue Zifferblattsegmente werden in den kommenden Wochen am frisch renovierten Turm wieder platziert.
Die Ref. Kirche Bäretswil bedankt sich herzlich für diese grosszügige Zuwendung.
Anlässlich der 1. Etappe der Kirchensanierung ist ein Festgottesdienst mit anschliessendem Essen geplant. Bitte reservieren - den Palmsonntag, 29. März 2026. Gerne feiern wir mit ihnen.
August 2025
Am Samstag, den 30. August 2025, bot sich den Bewohnerinnen und Bewohnern von Bäretswil eine seltene Gelegenheit: Eine geführte Besichtigung des Kirchturms der reformierten Kirche, ermöglicht durch das umfassende Gerüst der laufenden Aussensanierung. Unter der Leitung von Architekt Stefano Jehle (Jehle Architekten) und Markus Appenzeller, Leiter des Ressorts Liegenschaften, wagten sich zahlreiche Interessierte – darunter Erwachsene und mutige Kinder – in schwindelerregende Höhen.
Die Sanierungsarbeiten, die derzeit die gesamte Kirche einhüllen, machten diesen exklusiven Zugang möglich, der in den nächsten 50 Jahren kaum wiederholt werden dürfte.
Der Tag begann mit einer herzlichen Begrüssung durch Daniel Meier, Präsident der Kirchenpflege. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er alle Teilnehmer daran, dass der Zugang zum Gerüst nur mit ordnungsgemässer Helmausstattung erfolgen durfte – Sicherheit geht vor, auch bei solch abenteuerlichen Unternehmungen! Die Gruppe, bestehend aus neugierigen Gemeindemitgliedern und Gästen, teilte sich auf: Die Mutigsten erklommen den Turm über die Gerüsttreppe, während kleinere Gruppen von 5 bis 6 Personen den bequemen Baugerüst-Personen- und Warenlift nutzten, der bis auf etwa 25 Meter Höhe fuhr. Für die ganz Unerschrockenen bot der höchste Gerüstlauf auf beeindruckenden 33 Metern einen atemberaubenden Panoramablick über Bäretswil und die umliegende Landschaft – ein wunderschöner Ausblick sowie eine neue Perspektive konnten erlebt werden.
Stefano Jehle und Markus Appenzeller waren über fünf Stunden hinweg nonstop im Einsatz, um die Besucher aufs Gerüst zu begleiten. Neben der faszinierenden Aussicht präsentierten sie den aktuellen Stand der Aussensanierung: Von der sorgfältigen Reinigung und Reparatur der Fassade bis hin zu den Massnahmen für den langfristigen Schutz des historischen Gebäudes. Viele Fragen wurden beantwortet – zu den technischen Details, den Herausforderungen der Arbeiten und der Bedeutung dieser Sanierung für die Zukunft unserer Kirche.
Für das leibliche Wohl sorgte die reformierte Kirche mit einer herzhaften Stärkung: Kaffee, Getränke, Würste und Brot standen bereit, um die Abenteurer nach dem Abstieg zu erfrischen. Es war ein Tag der Gemeinschaft, des Staunens und des Dankes – Dank an alle Beteiligten, die diesen Anlass ermöglicht haben. Die Sanierungsarbeiten schreiten gut voran, und wir freuen uns bereits auf die enthüllte Kirche nach abgeschlossenen Sanierungsarbeiten. Solche Veranstaltungen stärken unseren Zusammenhalt und erinnern uns daran, dass unsere Gemeinde lebendig und offen für Neues ist. Herzlichen Dank an Markus Appenzeller, Daniel Meier und an alle Helfer!
Stefano Jehle
Architekt BSc FHO,
Jehle Architekten GmbH
Juni 2025
Es ist soweit! Heute, 2. Juni werden die Gerüste erstellt. Unsere Kirche erhält einen neuen "look".
März 2025
Am 17. März 2025 wurde die Baubewilligung für die erste Etappe der Aussensanierung der reformierten Kirche Bäretswil erteilt. Sie enthält keine unerwarteten oder kostspieligen Auflagen und bestätigt die bewilligungsfähige Planung, wie sie mit der kantonalen Denkmalpflege vorbesprochen wurde.
Jehle Architekten haben unmittelbar nach Erhalt der Bewilligung mit der Vorbereitung der Baufreigabe sowie der Ausschreibungsunterlagen begonnen. Der Abschluss der Ausschreibung ist auf Anfang Mai 2025 geplant. Der Baubeginn wird voraussichtlich im Sommer 2025 erfolgen, mit einem Bauende bis Ende Jahr gemäss dem bereits definierten Zeitplan.
Die Vergabungen werden vom Architekten abgesprochen mit unserem Liegenschaften Verantwortlichen.
Feb.2025
Das Gesuch ist eingereicht. Architekt Jehle holt diverse Offerten ein. Nun warten wir noch auf die Baubewilligung, dann werden sogleich die Gerüste aufgestellt und losgelegt. Packen wir's an!
Dez. 2024
An der letzten Kirchgemeindeversammlung im Dezember hiessen die rund fünfzig anwesenden Stimmberechtigten einen Investitionskredit in der Höhe von knapp einer Million Franken gut. Damit ist der Weg frei für eine dringend nötige Renovation der Aussenhülle der reformierten Kirche. Mit eingeplant ist eine Dachbodendämmung. Diese Massnahme verspricht eine deutliche Senkung der Heizkosten. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr ausgeführt werden.
Rechtzeitig zum Kirchenjubiläum 2027 soll nun das stattliche Gebäude in neuer Frische die Betrachter erfreuen.
Im 2014 wurde unser "schiefe" Kirchenturm von der Firma Ingesa vermessen. Im Zuge der Wiederaufnahme der Renovationsarbeiten wurde der Turm nachgemessen und es wurde festgestellt - der Turm hat sich seither nicht bewegt!
Geschichte: Die Kirche wurde vor zweihundert Jahren an Stelle der alten, wesentlich kleineren Kirche, als sogenannte Saalkirche erbaut und ist mit anfänglich eintausend Plätzen, die zweitgrösste Landkirche im Kanton Zürich. Der Innenraum erhielt im Laufe der Zeit verschiedene Renovationen, am Äusseren wurde seit bald einhundert Jahren keine Gesamtsanierung vorgenommen. Verschiedene Anläufe dazu blieben stecken.

